FaszienFitness

 

Faszien sind trainierbar und haben Einfluss auf Muskulatur, Haltung, Bewegung und Schmerzempfinden.

 

1. Genetische FaszienTypen


An die  klimatische Umgebung angepasst unterschiedet Robert Schleip zwischen dem

1)      unbeweglichen, aber stabilen „Wikingertyp“ auf der einen Seite und der

2)   „indischen Tempeltänzerin“ auf der anderen Seite, die eher für tropische Klimazonen geschaffen ist

So versuchen wir Europäer zum Ausgleich für unsere Genetik beweglicher zu werden und die Asiaten stabiler

Das bedeutet: Dehnung macht Sinn und „steht ganz oben auf der Liste“!

 

2. Dynamische Dehnungen

 

Statt einzelne Muskelgruppen isoliert zu dehnen, werden möglichst lange myofasziale Ketten genutzt und in verschiedenen Varianten gedehnt: spiraldynamisch, diagonal, seitlich...

Im Einklang mit der Atmung führen die DehnungsÜbungen zu weichen und fließenden Bewegungen, die ein angenehmes Körpergefühl erzeugen.

 

3. Pulsieren

 

Kleine federnde Bewegungen nutzen den gleichen Effekt, wie die dynamischen Dehnungen und erreichen solche Geweberegionen, an die großflächige Dehnungen nicht heran kommen

Die Faszien werden in diesem Sinne als federndes Spannungsnetzwerk betrachtet.

 

4. Myofasziale Ketten (Muskel-Faszien-Ketten)

 

Ein Muskel zieht bei Beanspruchung nicht nur am Ansatz und Ursprung, sondern über die Faszien auch an anderen Muskeln auch noch 4 Gelenke weiter.

Bsp. Großer Gesäßmuskel / Gluteus Maximus: 1/3 seiner Faszien setzten nicht am Oberschenkelknochen an, sondern an der Faszia Lata, deren Zug an der Außenseite des Oberschenkels zum Kniegelenk, Unterschenkel und von dort nahtlos weiter zur Fußsohle geht.

Am oberen Ende gehen viele Fasern des Gluteus Maximus in die RückenFaszie über und von dort zum breiten Rückenmuskel / Latissimus dorsi.

Daher: Dehnen und Kräftigen in Muskelketten macht Sinn - isoliertes Training wird bald überholt sein.

 

5. Creeping - Effekt

 

Der Creeping-Effekt beschreibt eine kurzfristige Längenveränderung des Muskels. Durch langsames und kontinuierliches Dehen kommt es zu einer zeitweiligen echten Längenzunahme des Muskels.

 

Im Alltag heißt das für den Rücken: ein Rundrücken führt zu einer Längenzunahme der Rückenstrecker in diesem Bereich und die  Faszien müssen jetzt den Hauptteil der Haltearbeit verrichten.

 

Im Training heißt das: Schwerpunkte des Rückentrainings sind Dehnungsfähigkeit, Außenrotation und Abduktion.Die Streckerkette sollte für Körperhaltung und Stabilisation ausdauernd und funktionierend trainiert werden

 

Schonung hilft nicht bei Rückenschmerzen sondern schwächt die Muskeln, strukturiert die Faszien um und kann neue Schmerzen auslösen.

 

6. Körperbewussheit

 

Schmerz verdrängt die Körperwahrnehmung und der Mensch kann die Beckenstellung und Körperhaltung nicht mehr genau identifizieren. Erst bei größerer Statikveränderung kann er diese verzögert wahrnehmen. Das erklärt, warum Menschen mit starken Rückenschmerzen undeiner sichtlichen Statikveränderung eine verminderte Körperwahrnehmung haben.

 

Die Schulung der Körperwahrnehmung ist für eine langfristige Haltungsänderung wichtig,